Sportlicher Leiter Thomas Weitz über Verletzungspech, radikalen Kaderwechsel und neue Ambitionen.
Alemannia Mariadorf geht nach einer von Rückschlägen geprägten Hinrunde mit einem nahezu komplett neuen Gesicht in die zweite Saisonhälfte. Sportlicher Leiter Thomas Weitz ordnet die Lage ein und blickt vorsichtig optimistisch nach vorn.
Die Hinrunde der Alemannia aus Mariadorf verlief turbulenter als erhofft. Schon vor dem Saisonstart musste der Bezirksligist einen schweren Rückschlag verkraften. „Zu Saisonbeginn erlitten wir einen schweren Rückschlag: Im letzten Testspiel gegen Eintracht Verlautenheide II verletzte sich Tobias Kirschall schwer und fällt voraussichtlich noch länger aus“, berichtet Sportlicher Leiter Thomas Weitz. Das Verletzungspech setzte sich fort: „Auch Marco Kirschall, Abdullah Basogul und Nick Dümenil fielen langfristig aus.“
Sportlich startete Mariadorf wechselhaft. Im ersten Pflichtspiel gegen Rhenania Richterich führte das Team zur Pause deutlich, „spielten aber letztlich 5:5 unentschieden“. Es folgte eine 2:3-Heimniederlage gegen Stolberg, ehe mit dem klaren 5:0-Erfolg in Oidtweiler ein erstes Ausrufezeichen gelang. „Danach punkteten wir verhalten, bis wir Ende Oktober an Fahrt aufnahmen und uns tabellarisch verbesserten“, so Weitz. Mit Platz sieben und acht Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge zeigt er sich trotz aller Widrigkeiten zufrieden: „Bei vollständigem Kader wären weitere Siege und eine bessere Position realistisch gewesen.“ Das ursprüngliche Ziel sei eine ruhige Saison mit stabiler Entwicklung gewesen, „Letzteres ist durch den bevorstehenden Umbruch im Winter leider nicht gelungen“.
Dieser Umbruch fällt massiv aus. Nach dem Rücktritt von Trainer Mirko Braun übernahmen Marcel Herzog und Timo Feilhaber die Verantwortung an der Seitenlinie. Gleichzeitig verließen zehn Spieler den Verein, während 15 Neuzugänge verpflichtet wurden. „Zur Rückrunde steht eine komplett neu formierte Mannschaft auf dem Platz“, erklärt Weitz. Neu im Kader sind unter anderem David Briem, Pascal Schwinghoff, Geoffrey Vanaschen, Cem Cagan Ince, Jens Jäckel, Ertugrul Kabadayi, Serhat Kabaydayi, Keita Tanou, Imrane Belbachir, Saman Jalaliyanrad, Dario Katambayi-Kabongo, Aboubakar Lehogui Kamara, Max Dümenil sowie die beiden Japaner Yuuki Fukui und Masaya Taki.
Die Vorbereitung ist entsprechend umfangreich angelegt. „Trainer Marcel Herzog plant drei Trainingseinheiten pro Woche sowie sechs Freundschaftsspiele“, darunter Tests gegen Dynamo Erkelenz, den SV Eilendorf, SW Düren, die U19 des SV Eilendorf, Rhenania Würselen und Viktoria Arnoldsweiler. Der Schwerpunkt liege klar auf dem Fitnessaufbau und taktischen Grundlagen, „da sich die neu formierte Mannschaft erst kennenlernen und Automatismen einüben muss“.
Eine konkrete Tabellenprognose fällt Weitz schwer. „Angesichts des umfassenden Umbruchs ist eine genaue Prognose derzeit schwierig“, sagt er, formuliert aber dennoch ein klares Ziel: „Wir streben einen Platz unter den Top 10 an.“ Die Mannschaft sei konkurrenzfähig und habe „das Zeug, den Tabellenplatz aus der Hinrunde zu bestätigen“.
Inhaltlich setzt das neue Trainerteam auf Geschlossenheit und Aktivität. „Der Fokus ist, möglichst schnell eine Einheit zu formen, die auch in kritischen Situationen, in denen wir leiden müssen, zusammenhält“, erläutert Weitz. Unabhängig vom Umbruch wolle man „in allen Phasen aktiv sein und Woche für Woche auf Sieg spielen“.
Als besonderes Highlight der kommenden Wochen nennt Weitz die Möglichkeit, ohne äußeren Druck zu arbeiten: „Unser Highlight für die Vorbereitung wird sein, in Ruhe mit dem Team arbeiten zu können und unsere Ideen und unseren Führungsstil in die Mannschaft einzubringen.“ Für Cheftrainer Marcel Herzog kommt zudem eine persönliche Note hinzu: das Testspiel gegen seinen Ex-Verein SW Düren sowie der Rückrundenauftakt gegen Rhenania Richterich und die SG Stolberg.


