Der Fußball-Bezirksligist startet mit einem runderneuerten Kader sowie neuem Trainerteam in die Rückrunde. Der Sportliche Leiter ist optimistisch, dass die Mannschaft konkurrenzfähig ist.
Alemannia Mariadorf geht gezwungenermaßen mit einem runderneuerten Kader in die Rückrunde der Fußball-Bezirksliga. Nach dem Abschied von Trainer Mirko Braun flatterten den Verantwortlichen des Clubs wie erwartet die Abmeldungen nur so ins Haus. „Wir hatten die Hoffnung, dass vielleicht doch noch der ein oder andere bei uns bleibt. Das ist jetzt leider nicht passiert“, sagt Thomas Weitz und ergänzt: „Es waren insgesamt 14 Abmeldungen.“
Drei wichtige Kräfte bleiben
Die Verpflichtung von Spielern gestaltet sich in der Winterpause in der Regel äußerst schwierig, dennoch schafften es Weitz und sein Kollege Daniel Koerlings, beide als Sportliche Leiter für den Club im Einsatz, den löchrigen Kader mit neuen Kräften zu befüllen. Zwölf Spieler wurden bislang verpflichtet, weitere könnten noch folgen.
Kapitän Pascal Willems sowie sein Stellvertreter Lucas Heitzer halten der Land-Alemannia die Treue. „Auch Max Herbst hat zugesagt. Wir haben viel Wert darauf gelegt, dass diese Jungs bei uns bleiben, denn sie identifizieren sich sehr mit dem Verein“, betont Thomas Weitz, der sich bei den Neuzugängen nicht aus den höheren Regalen bedienen konnte. Der überwiegende Teil kommt aus unteren Ligen oder war zuletzt vereinslos. Im Winter sei es immer schwierig, ablösefreie Spieler zu bekommen, erläutert der Ur-Mariadorfer und ergänzt: „Da muss man dann etwas kreativ sein.“
Ebenfalls neu ist das Trainerteam. Marcel Herzog tritt die Nachfolge von Mirko Braun an, der seinen Rücktritt zum Ende der Hinrunde erklärt hatte. Timo Feilhaber, zuvor noch selbst als Spieler für den VfL Vichttal II im Einsatz, unterstützt ihn als „Co“ an der Seitenlinie. Herzog leitete bis Mitte September 2024 den Kreis-B-Ligisten Schwarz-Weiß Düren. Weitere Stationen im Männerbereich waren die SG Stolberg, Rhenania Richterich und Sparta Gerderath. „Ich hatte schon in meiner früheren Zeit als Sportlicher Leiter ein gutes Verhältnis zu Marcel. Wir sind in Kontakt geblieben. Die Gespräche mit ihm waren gut, daher haben wir uns für ihn entschieden. Marcel hat zudem ein gutes Netzwerk“, sagt Weitz.
Stabilität und Ruhe
Die Land-Alemannia überwintert mit 19 Zählern auf Tabellenplatz sieben. Der Vorsprung zur Abstiegszone beträgt acht Punkte. „Wir wollen möglichst den Tabellenplatz halten und nicht unten reinrutschen“, betont Weitz, der davon ausgeht, dass das neu formierte Team in der Liga mithalten kann. „Es geht allerdings jetzt erst einmal darum, die Mannschaft zu stabilisieren.“ Mit Blick auf die kommende Saison soll der Kader verjüngt werden, wie Weitz unterstreicht. „Wir hoffen, dass bald wieder Ruhe einkehrt.“
Tatsächlich ist die Lage rund um den Südpark seit dem Ende der Saison 2023/24 äußerst unruhig. Damals verpasste Mariadorf erst am letzten Spieltag den Aufstieg in die Landesliga. Wenig später folgte Trainer Sebastian Wirtz dem Ruf von Teutonia Weiden. Viele Spieler kehrten daraufhin der Land-Alemannia ebenfalls den Rücken.
Frank Raspe übernahm die komplizierte Aufgabe, doch nach nur zwei Siegen und zehn Zählern aus 15 Spielen beendete der Bezirksligist im Dezember 2024 die Zusammenarbeit schon wieder. Dominic Bougé trat die Nachfolge an, doch nach nur rund vier Monaten endete diese ebenfalls vorzeitig. Schließlich führte Mirko Braun die Mannschaft zum Klassenerhalt. Unter ihm lief es auch in dieser Saison deutlich runder, trotz heftiger Verletzungssorgen überwintert Mariadorf in der oberen Tabellenhälfte.
Platz unter den ersten zehn
In diesem Jahr feiert der Verein sein 110-jähriges Bestehen. Nach den Wünschen von Thomas Weitz soll dieser Geburtstag nicht mit einem Abstieg verbunden werden. „Davon gehe ich auch nicht aus, da wir Jungs im Kader haben, die schon kicken können. Ein Platz unter den ersten zehn sollte möglich sein, denn wir haben eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammengestellt“, ist der Sportliche Leiter überzeugt.
Grundsätzlich sieht der Sohn des Ehrenvorsitzenden Josef Weitz den Club auf einem guten Weg. „Wir melden die Mannschaft nicht ab und sind auch nicht pleite. Es gab zum Ende der Hinserie lediglich ein paar Verschiebungen“, verdeutlicht Thomas Weitz, der seiner Alemannia fast immer die Treue gehalten hat. „Ich bin im Verein groß geworden und habe eigentlich immer für Mariadorf gespielt, außer in der Zeit, in der ich für den 1. FC Köln und Roda Kerkrade aufgelaufen bin. Deshalb habe ich jetzt auch zugesagt, wieder als Sportlicher Leiter einzusteigen.“


